2017

Landesberufsschule Waldegg an der Piesting, NÖ, Zu- und Umbau

2010 EU-weit offener, 2-stufiger Architekturwettbewerb, 1.Preis
2011-2016 Errichtung in 3 Bauphasen bei vollem Betrieb.
2017 Adaptierungsmaßnahmen, zur Tourismussparte kamen die Ausbildungsschwerpunkte Einrichtungsberatung und Bürokaufleute dazu.

Konzept und Architektur
Unter Miteinbeziehung des Bestandes gruppieren sich nach der Fertigstellung alle Gebäudeteile mit den unterschiedlichsten Funktionen um den neu geschaffenen Schulplatz in der Mitte der Anlage. Die darunterliegende Aula mit dem Schülerkaffee und der neuen Normturnhalle sind die übergeordneten Treffpunkte für alle. Die Atrien und verschiedenen Freibereiche bieten ein weiteres Angebot an unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten für eine bewegte Schule. Durchblicke ermöglichen Blickbeziehungen in viele Richtungen. Der gesamte Neubau wurde ohne Aussiedelung in 3 Phasen bei vollem Betrieb realisiert. Alle Zubau- und Neubauteile wurden nach dem Pflichtenheft Energie des Landes errichtet. Das Wohnheim besitzt einen spezifischen Heizwärmebedarf von 9 kWh/m²a. Alle Neubauteile sind mit einer kontrollierten Lüftungsanlage ausgestattet.

 

Das Schülerheim ist als Apartmentanlage konzipiert d.h je acht Schüler leben in Wohneinheit mit eigenen Bädern, Gemeinschaftsräumen und Schlafräume. Diese Wohneinheiten sind über Atrien, Brücken und Wegen untereinander verbunden. Gassen, Nischen, Lufträume, innere und äußere Plätze schaffen einen lebendigen Campus mit unterschiedlichen Raumqualitäten es enstehen Treffpunkte und Orte der Kommunikation, aber auch Raum für Rückzug und Privatheit.

Foto
Rupert Steiner, Wien

Auftraggeber
Land Niederösterreich

Leistung und Projektdaten
Generalplanung inkl. örtliche Bauaufsicht
Gebäudetyp – Schulen und Wohnheim
BGF 11.788 m²

Team
Arch. DI Wolfgang Weidinger (Generalplanung + Adaptierung)
DI (FH) Sylvia Urban MSc (Generalplanung)
DI Marie Recaz (Generalplanung)
Arch. DI Heike Lukabauer (Generalplanung)
DI Marion Pössl (Detailplanung Innenausbau)
Arch. DI Georg Bechthold (Detailplanung)
Katharina Krail (Detailplanung Innenausbau)
Florian Weidinger (Modellbau)
Hanna Pieber (Adaptierung)

Konsulenten / Partner
ARGE mit FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, Wien
Vonwald Plan & Bau Management, St. Leonhard am Forst – ÖBA
Kubik Project GmbH, Gießhübl – Fachplanung Elektrotechnik
ZFG Projekt GmbH, Baden – Fachplanung Haustechnik
IBS Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung, Linz – Brandschutz
Schneeweis Wittmann, Wien – Design Leitsystem

 

Man betritt das Schulareal in der Campusmitte über die 2-geschoßige Aula, an die ein Schülerkaffee angeschlossen und von wo aus der Turnsaal erreichbar ist. Darin gesetzte Aktivitäten können über die Glasfront mit verfolgt werden. Dieser gesamte zentrale Bereich ist Ort für verschiedenste Tätigkeiten. Sei es tagsüber als Pausenbereich oder ausgelagerter Unterrichtsbereich oder Abends als Freizeitbereich für die Bewohnerinnen und Bewohner des Schülerwohnheimes. Darüber liegt ein höher gelegter Freibereich, der gemeinsame Schulplatz, welcher auch räumlich die Mitte der Baukörperanordnungen bildet. Von der Aula aus organisieren sich ca. 12.500 m² Nutzfläche in verschiedene Bereiche und Bauteile. Glaswände und Oberlichten gewähren Durchblicke und bringen Tageslicht in das Inneren des Gebäudes. Nach dem Einquartieren der Einrichtungsberatung und der Bürokaufleute im Sommer 2017 mussten Teilbereiche des im Februar 2016 übergebenen Gebäudes adaptiert und die neuen Funktionen sorgfältig implementiert werden. Die Einrichtungsberaterinnen und -Berater erhielten Verkaufsateliers und ein Planungsatelier, die Bürokaufleute wurden im Theoriebereich untergebracht. Ein leistungsfähiger Internetanschluss, fahrbare Laptopwägen und Kurzdistanzbeamer gewährleisten einen zeitgemäßen Unterricht im digitalen Zeitalter.

In direkter Verbindung an den bestehenden Küchentrakt wird der sogenannte Restaurantpavillon errichtet. In diesem befinden sich vier neue Servierräume, eine Showküche und eine Übungsrezeption mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen und unterschiedlichem Interieur. Dese beiden Bauteile bilden das Herz der Tourismusabteilung und beherbergen alle wichtigen, für die praktische Ausbildung notwendigen Räumlichkeiten. Decke, Wand, Boden und die Einrichtung bilden eine Einheit und sind aufeinander abgestimmt.